Das Leben des Marek – eine etwas eigenartige Autobiografie (Ideenfindung Teil 3)
Dies ist Teil 3 der Ideenfindung zum geplanten Buchprojekt „Das Leben des Marek“ – eine eigenwillige Autobiografie mit humoristischen und fiktionalen Elementen.
Die vorherigen und folgenden Teile findest du auf der Artikel-Übersicht.
Es war einmal in einer verschneiten, minus 10 Grad kalten Februarnacht im Jahre des Herrn 1978, als in dem idyllischen Bergarbeiterdorf GWD im sächsischen Teil des Erzgebirges ein kleiner Wirbelwind namens Marek das Licht einer Karbidlampe erblickte. Die Sterne funkelten am Himmel und der Schnee knirschte unter den Füßen der Dorfbewohner, als sie sich vor dem Geburtshaus versammelten, um den Eltern und Großeltern zu gratulieren.
Für den kleinen Marek begann eine Reise durch das bunte Kaleidoskop des Lebens.
Der Marek wuchs in einem gemütlichen Fachwerkhaus am Rande des Dorfes auf, umgeben von den sanften Hügeln und den Bergwerksstollen des Erzgebirges. Die Eltern waren stolz auf ihren kleinen Wirbelwind, der schon früh eine Vorliebe für Technik zeigte. Während andere Kinder mit Holzbauklötzen spielten, bastelte der kleine Marek lieber an elektrischen Geräten herum.
Die Kindergartenzeit war für den Marek eine Zeit der Abenteuer und Entdeckungen. Die netten und oft strengen Erzieherinnen des örtlichen Kindergartens lehrten ihn Zucht und Ordnung, hatten aber auch ein großes Herz für den aufgeweckten, aber schüchternen Jungen. Sie brachten ihm nicht nur bei, seine Schuhe ordentlich zu binden, sondern auch, wie wichtig es ist, aufzuräumen und zu teilen.
Im Kindergarten lernte er ein kleines Mädchen kennen, das sein Leben prägen sollte.
Die Grundschulzeit in GWD war geprägt von Mareks unstillbarem Wissensdurst. Er konnte es kaum erwarten, die Schulbank zu drücken und mehr über die Welt um sich herum zu erfahren. Während der Schulzeit entwickelte sich Mareks Liebe zur Elektronik weiter. In seiner Freizeit bastelte er an elektrischen Geräten, von alten Radios bis hin zu selbstgebauten Robotermodellen, herum.
Mit dem Wechsel auf die Polytechnische Oberschule (POS) im benachbarten Eppendorf begann für den Marek eine neue Ära des Lernens. Die Schulbücher wurden dicker, die Fragen komplexer.
Anfang der 1990er Jahre verschwand sein Heimatland – die DDR hörte auf zu existieren. Fast über Nacht fand er sich in einem größeren Land mit mehr Möglichkeiten wieder – in der BRD.
Kurz darauf kauften seine Eltern einen alten Computer der DDR-Firma Robotron. Dieser Robotron-Computer war riesig und – rückblickend betrachtet – wohl seine Eintrittskarte in die Welt der Bits und Bytes.
Später stand in seinem Zimmer ein modernerer Computer – ein 386SX25 mit 2 MB RAM und einer 50-MB-Festplatte. Dieser Computer verstärkte Mareks Interesse an Hard- und Software. Etwas später weckte der Bildschirmtext (BTX) der damaligen Deutschen Bundespost sein Interesse an der aufkommenden digitalen und vernetzten Welt. Mit einem Lächeln im Gesicht und einem Blick, der mehr als tausend Worte sagte, tippte der kleine Marek auf der Tastatur seines Computers herum. Er erforschte BTX und schien sich in den geheimnisvollen Weiten des Cyberspace zu verlieren. Seine Eltern verstanden nicht ganz, was da vor sich ging, aber sie sahen, dass ihr kleiner Technikfreak eine Leidenschaft gefunden hatte.
Im BTX lernte er den Herrn Sam Mueller kennen, der damals bei der Deutschen Bundespost mit anderen Entwicklern an der Weiterentwicklung des Bildschirmtextes arbeitete.
Sam zeigte dem kleinen Marek die – damals nur Insidern bekannte – neue und fantastische Welt des Internets. Heute genießt Sam seinen Ruhestand in einem fernen Land – ab und an ist er als Büroleiter in Mareks kleiner IT-Bude tätig.
Der Marek war anfangs der Meinung: „Das Internet ist nur eine Modeerscheinung und wird sich nie gegenüber dem BTX durchsetzen.“ Rückblickend war das Mareks einzige Fehleinschätzung.
Das Internet wurde nach und nach zu einer Erweiterung seines digitalen Spielplatzes. Das Clear Web, das Deep Web und viel später das geheimnisvolle Dark Web wurden seine digitalen Territorien. Sein Wissen über Informatik und Datenschutz wuchs, als wäre er ein moderner Alchemist, der die Geheimnisse des Cyberspace entschlüsselt.
Parallel zu seinen digitalen Eskapaden absolvierte der Marek in der nahegelegenen Stadt Chemnitz eine Ausbildung zum Elektrotechniker. Mit geschickten Fingern steckte er kleine Schaltkreise zusammen und zupfte neugierig an Drähten. Er meisterte viele der neuen Herausforderungen.
Nach seiner Ausbildung zog es ihn, getrieben von seiner Abenteuerlust, aus dem beschaulichen GWD im Erzgebirge in die weite Welt.
Als Elektrotechniker, Intralogistiker und IT-Spezialist arbeitete er an den unterschiedlichsten Projekten und an den verschiedensten Orten – von den Wolkenkratzern der Großstädte bis zu den entlegensten Winkeln der Erde.
Er erlebte Abenteuer, von denen andere nur träumen können. Jeder Ort brachte neue Herausforderungen, neue Freundschaften, neue Erfahrungen. Jeder Job war für ihn ein neues Kapitel in seinem persönlichen Abenteuerroman.
Doch nach vielen Jahren des Reisens begann Mareks Herz zu schmerzen. Die Sehnsucht nach den verschneiten Hügeln seines Heimatdorfes, nach den lächelnden Gesichtern der Dorfbewohner, nach dem inzwischen erwachsenen Mädchen aus seiner Kindheit und nach der vertrauten Stille der Wälder wurde immer stärker.
Das Heimweh wurde immer stärker, der nun alte Marek konnte dem Ruf seiner Heimat nicht mehr widerstehen.
Eines Tages packte der Marek seine Erinnerungen, seine Abenteuerlust und seine Träume in einen Koffer und kehrte zurück nach GWD, zu den Wurzeln, die er nie vergessen hatte, wo sein Leben begann und nun vielleicht enden wird.
Die Dorfbewohner staunten nicht schlecht, als der Weltenbummler wieder durch die engen Gassen von GWD schlenderte.
Der Marek brachte nicht nur einen reichen Schatz an Wissen und eine beeindruckende Sammlung an Geschichten mit, sondern auch einen neuen Blick auf das, was wirklich wichtig ist.
Heute ist der Marek in GWD anzutreffen, nicht mehr so oft vor dem Computerbildschirm, sondern eher in der wilden und wunderschönen Natur des Erzgebirges.
Er erzählt den Kindern von seinen Abenteuern in der großen, weiten Welt und zeigt ihnen, dass das, was man sucht, manchmal direkt vor der Haustür liegt.
Und so lebt der Marek, der kleine Junge aus der kalten Februarnacht des Jahres 1978, als Legende weiter in dem kleinen Dorf GWD, wo seine Reise begann und sein Herz endlich Frieden fand.
Und während er auf seine bewegte Vergangenheit zurückblickt, weiß der Marek, dass er trotz aller Abenteuer und Erfolge immer ein Kind dieses besonderen Ortes bleiben wird – dort, wo alles begann und wohl auch alles enden wird, in dem kleinen Dorf im sächsischen Teil des Erzgebirges.
Was macht der Marek heute, werden Sie sich jetzt fragen.
Heute arbeitet er wieder teils freiberuflich für die dunkle Seite der IT-Sicherheit und des Datenschutzes. Nebenbei baut er ein kleines Antiquariat auf, vor allem mit Erstausgaben zum Thema Elektrotechnik.
Und wenn dann noch Zeit bleibt, arbeitet er an der Weltherrschaft.